Als Mitzi ins Zimmer von Emma trat, hat Oma Emma im Bett geschmunzelt, und mit dem Notarzt ganz leise über etwas geflüstert.
-Zum Glück, nichts Ernstes, Oma! - lief Mitzi zu Emma, und hat sie so fest gedrückt, dass sie zu Luft geschnappt hat.
-Nicht so fest, mein Schatz! - lachte sie.
-Entschuldige, Oma, ich war nur so erschrocken.
-Fr. Birkam, Sie müssen aber im Bett bleiben, wie besprochen, die Rezepte gebe ich Herrn Birkam. - sagte der Herr Doktor, und ging aus dem Zimmer.
-Mitzilein, sei so lieb, und bring mir bitte mein Tagebuch.
-Welches meinst? - hat Mitzi gelacht. Oma Emma hatte nämlich einen ganzen Bücherregal voll von Tagebücher. Schon als kleines Mädchen hat Mitzi den Regal gern gehabt. Sie war so glücklich, in die Bücher schauen zu dürfen. Da waren tolle Zeichnungen von Oma, Ideen, die Oma so eingefallen sind, Geschichten, Gefühlen. Wie eine Märchenwelt, bunt, spannend, voll von Geheimnissen, und vor allem sehr spassig. Wie auch Emma Oma. Sie mit ihrer Lebensfreude hat jeden zum Lachen gebracht.
-Naja, bitte das Tagebuch vom Jahr 1953. Danke meine Liebe!
Mitzi stand vor dem Regal, und kamen plötzlich die liebe Erinnerungen, wieviel Spass sie mit dieser Schatzkiste immer hatte! War so dankbar für all das für ihre Oma.
-Gefunden, Omi!
Mitzi setze sich auf das Bett der alten kranken Dame und hat neugierig gewartet, was sie ihr zeigen wird.
-Weisst Du, wie alt ich war, als ich dieses Tagebuch geschrieben habe? Sehr jung, 21, in diesem Jahr habe ich deinen Grossvater kennengelernt.
-Können wir, Oma die alte Fotos aus diesen Zeiten auch anschauen? Ich liebe diese alte Aufnahmen! Du warst so eine schöne Frau!
-Ja, das war ich einmal, hihi.
Mitzi holte die schwere Holzkiste, die genauso zu ihren Lieblingserinnerungen gehört hat, wie der Tagebuchregal.
-Oma, bei dir ist es so schön. Danke, dass du für mich da bist!
-Komm, Mitzi, suchen wir die Fotos aus!
Mitzi hat gesehen, dass Emma doch nicht so gut geht, wie sie es zeigt..
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